Geistliches Wort

Du bist nicht vergessen und allein.

Pastorin Christina vom Brocke
Pastorin Christina vom Brocke

Liebe Leserinnen und Leser!

In der vergangenen Woche hat uns in Knesebeck und viele Menschen darüber hinaus die Nachricht über den Fund eines toten Säuglings hier vor Ort berührt.

Viele Fragen mich, wie ich das sehe oder was ich dazu sage.
Nun, eigentlich bin ich sprachlos. Doch darf man in so einer Situation nicht sprachlos sein, sondern jetzt sind bedachte Worte gefordert.

Einer hat neulich gefragt, wo werden wir denn bleiben, wenn wir gestorben sind? Gute Frage! Wie sieht diese „ewige Bleibe“ aus? Jesus sagt seinen Jüngern, dass sie sich darüber keine Sorgen machen müssen. Jesus verspricht: Keiner wird vergessen, für jeden gibt es einen würdigen Platz.

Er verwendet viele Bilder: Wir werden nach unserem Sterben durch eine Tür gehen, durch ein Tor. Oder wie vom Schlaf werden wir aufgeweckt werden. Wir brauchen keine Angst zu haben – eine liebende Hand wird uns geleiten. Besonders schön finde ich persönlich das Bild von den Wohnungen im Himmel.Und: jede Wohnung ist verschieden – die eine bunt, die andere weiß. In einem Zimmer stehen Antiquitäten, in dem anderen finden sich Kindermöbel. Und nun verspricht Jesus: Im Himmel gibt es keine Wohnungsnot. In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen.

Für unseren gefundenen kleinen toten Jungen ist bestimmt ein helles Kinderzimmer dabei. In dieser Welt geben wir dem kleinen Jungen in unserem Herzen Raum. Menschen haben kleine Teddys und Kerzen an die Fundstelle gebracht. Und ist gut so.

Sicher sind Menschen fähig ein totes Menschenkind einfach abzulegen wie ein schmutziges T-Shirt oder wie ein kaputtes Spielzeug. Doch das ist nicht Gottes Wille;  bei Gott zählt jede einzelne Seele. Ich bin ganz gewiss: die himmlischen Engel tragen die Seele des kleinen Jungen auf leichten Schwingen in eine lichte Welt. Und da stellt Gott seine Füße auf weiten Raum.

Pastorin Christina vom Brocke, Knesebeck