Andacht zu Himmelfahrt

21. Mai 2020

Jesus Christus verließ am Ende unsere Erde. So zu lesen im Neuen Testament am Anfang der Apostelgeschichte. Diese Welt lässt er zurück, um zu seinem Vater in den Himmel zurückzukehren. So sagt er es selber in Johannes 20,17: Jesus sagt: "Ich gehe zurück zu meinem Vater in den Himmel." Etwas mehr als 30 Jahre lebte Jesus auf der Erde, aß, trank (Matthäus 11,19), wanderte umher, heilte viele Kranke (Markus 1,39 und öfter) und erzählte von dem Reich Gottes (Markus 1,15 und öfter). Und dann ganz am Schluss, da lässt er alles zurück und geht. Es steht geschrieben, dass ihn eine Wolke umhüllte und mitnahm. Das Taxi Gottes für seinen Sohn.

Völlig verrückter Gedanke: Jesus wurde durch ein Wunder geboren, entging einem reichsweiten Kindermord als Flüchtling nach Ägypten, kehrte zurück und brachte den Menschen die gute, wenn nicht die beste, Botschaft vom nahen Reich Gottes (Stelle siehe oben). Jesus heilte Kranke, die die Medizin schon lange aufgegeben hatte (auch einen Mann, der schon 38 Jahre lang chronisch krank war, Joh 5,5). Er brachte die unterschiedlichsten Männer und Frauen zusammen als seine Jüngerinnen und Jünger. Jesus verbreitete Hoffnung und Mut und Wahrheit, wo immer er hinkam. Er hat alles riskiert, an seinem Glauben und seiner Botschaft festgehalten bis zu seiner Hinrichtung am Kreuz. Hat nie widerrufen, sich niemandem gebeugt. Und dann? Dann sagt er: Ich geh zu meinem Vater. Jesus verschwindet und lässt uns zurück?

Und als das passiert war, konnten die Jünger ihn nicht mehr sehen. In dem Augenblick hilft es auch nicht, dass Jesus in Joh 14,3 bereits angekündigt hatte, dass er geht und ebenso, dass er wieder zurückkommen wird, um die Jünger zu sich mitzunehmen. Erstmal stehen alle doof herum und gucken hoch: Was jetzt?

Mitten in einer Krise (Corona) hören wir eine weitere Krise: Jünger ohne Jesus. Und trotz beider Krisen werden die Kirchengemeinden die Himmelfahrt nicht beweinen, sondern feiern! Gehts noch?

Jesu Himmelfahrt ist absolut notwendig. Gerade für eine weltweite Bewegung wie das Christentum, das in allen Ländern, in allen Kulturen und allen Sprachen erfolgreich unterwegs ist, bleibt die Himmelfahrt wesentlich und wertvoll. Alles begann mit Jesus. Sein Leben und sein Handeln betrachten Christen weltweit als die Offenbarung Gottes an uns Menschen. Und die Wirkung von Jesus geht eben über sein Leben weit raus. Die Himmelfahrt öffnet die immense Kraft und die große Liebe von Jesus für die ganze Welt. Er geht, damit wir freier glauben können. Er verschwindet, damit Gottes Segen nicht an einem Körper, einer Jahreszahl oder einem Land festklebt, sondern weit raus gehen kann. Wir gehen nicht im Glauben einem Menschen hinterher, so wie die Jünger vorher, sondern wir feiern Himmelfahrt: Jesus verspricht, dass wir selber die Kraft des Heiligen Geistes empfangen werden (Apg 1,8). Wir glauben an den Gott, dessen Wege eben höher sind als unsere Wege (Jesaja 55,9). Jesus Christus gehört in den Himmel, damit seine Hilfe für unser Leben nie aufhört. Ihnen allen gesegnete freie Zeit!

Florian Herterich, Pastor in Zasenbeck und Radenbeck

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Florian Herterich
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