Religionsvertreter*innen bei der Mahnwache (Foto: L. Berndt)

Interreligiöse Mahnwache in Wolfsburg

Wolfsburg, 17. Oktober 2019

Hand in Hand für den Frieden

"Wir stehen hier gemeinsam gegen jegliche Form von Antisemitismus"

Mehr als 150 Menschen haben auf Einladung des Abrahamforums am Donnerstagmittag vor dem Wolfsburger Rathaus Mahnwache für die Opfer von Halle gehalten. „Wir stehen zu unseren Glaubensgeschwistern in Halle, in Wolfsburg, in Deutschland und überall auf der Welt“, begrüßte Christian Berndt alle Teilnehmenden. Wir stehen hier gemeinsam gegen jegliche Form von Antisemitismus und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden, so der leitende Geistliche des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen.

„Wir sind eine Gesellschaft, wir sind unteilbar“,  sagte Yakov Yosef Harety, Rabbiner der Orthodoxen Jüdischen Gemeinde Wolfsburg, „niemand darf um sein Leben fürchten müssen wegen seiner Religion.“ Alle trügen die Verantwortung dafür, dass die Religionsfreiheit in Deutschland nicht gefährdet werde.

 „Wir sind alle von einem Ursprung, wir sind ein Kollektiv mit gleichen Werten“, erinnerte Souheil Thabti, Geschäftsführer des islamischen Kulturzentrums Wolfsburg.  Es sei immer ein Mensch, der uns gegenüberstehe, nicht ein Deutscher oder ein Ausländer. „Dieser Kompass in unseren Herzen muss immer wieder gereinigt werden.“

„Ich bin sehr dankbar für diese Initiative“, betonte Iris Bothe, Wolfsburger Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration. Die Diskriminierung von Gläubigen schaffe ein toxisches gesellschaftliches Klima und fördere extremistische Tendenzen. Nicht nur die antisemitischen Angriffe hätten zugenommen, vieles ereigne sich im ganz alltäglichen. „Wir müssen dafür eintreten, dass wir eine tolerante Gesellschaft bleiben!“, forderte Bothe auf.

Wolfsburg wurzele in einer Zeit, die sich niemals wiederholen dürfe, rief Bürgermeister Ingolf Viereck in Erinnerung, die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger seien deshalb in besonderer Weise verpflichtet. „Es ist in unserer DNA verankert, dass wir so etwas nie wieder zulassen.“

F. Josuweit / Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen

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