Licht am Licht entzünden

Foto (Ausschnitt) Rudolf Neumüller

Kirche mitten in der pluralisierten Gesellschaft

31. Oktober 2019

Verkündigung nicht auf Gottesdienst und Seelsorge beschränkt

Erstmalig haben in diesem Jahr die evangelischen Kirchen in Wolfsburg zu einem gemeinsamen landeskirchen-übergreifenden Jahresempfang am Reformationstag eingeladen. Propst Ulrich Lincoln, Propstei Vorsfelde (Evangelisch-lutherische Kirche in Braunschweig) und Superintendent Christian Berndt, Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen (Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers), führten durch den Abend.

„Der gemeinsame Empfang ist das richtige Zeichen für den neuen Reformationsfeiertag in einer pluralisierten Gesellschaft“, ist sich der promovierte Theologe Lincoln sicher. „Der Reformationstag stellt die Kirche mitten hinein in die Gesellschaft. Die Kirche ist aufgerufen, ihren Beitrag zum Gemeinwesen in Politik und Zivilgesellschaft zu bestimmen.“ Nicht nur Gottesdienst und Seelsorge seien christliche Verkündigung, auch politische Positionierung gehöre dazu.

Die evangelischen Kirchen in Wolfsburg nehmen zahlreiche Aufgaben für die Wolfsburger Stadtgesellschaft gemeinsam wahr, dazu gehören die Notfallseelsorge und das ökumenische und interreligiöse Engagement in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und im Abrahamforum. „Es ist gut, wenn wir als Kirche mit einer Stimme sprechen und handeln“, freut sich Christian Berndt. Diese vertrauensvolle und arbeitsteilige Zusammenarbeit solle zum Wohle der Stadt und der Gemeinden weiter vertieft werden, sagen Lincoln und Berndt.

Festredner des gemeinsamen Jahresempfanges der Wolfsburger evangelischen Kirchen war Pastor i.R. Wilfried Manneke. Der Widerspruch gegen rechte Gewalt und rechtes Gedankengut in unserer Gesellschaft sei nicht laut genug, beklagte der Theologe, der im vergangenen Jahr vom Zentralrat der Juden in Deutschland für sein Engagement mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet wurde.
„Nächstenliebe und christlicher Glaube verlangen, dass wir klar hinsehen, klar reden und klar handeln. Wir müssen Stellung beziehen, denn Rechtsextremismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit sind nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar!“

Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen / F. Josuweit

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