Patrick Hasse: „Es braucht uns heute und hier“
Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz durch sowjetische Soldaten befreit. Am Hankensbütteler Mahnmal gedachten deshalb am Sonntag rund 100 Menschen Opfern der NS-Gewaltherrschaft gemeinsam mit dem neuen Landrat des Landkreises Gifhorn Philipp Raulfs und weiteren Redner:innen. Eingeladen hatte das Hankensbütteler Bündnis für Demokratie.
Können wir das Buch der Geschichte zuklappen? Können wir sagen: Das war damals. Sind wir immunisiert gegen Hass, Gewalt und Machtwahn? „Wer ehrlich in die Zeit schaut, merkt: Wir sind nicht immun!“, mahnte eindringlich Patrick Haase, Pastor in Knesebeck. „Die deutsche Geschichte ist eine Geschichte, die den Abgrund zeigt. Die zeigt, wozu Menschen fähig sind, wenn sie die Würde des anderen nicht mehr achten!“
Einen Schlussstrich des Vergessens könne und dürfe es hier nicht geben, forderte Haase Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft auch künftig ein. Besonders in Zeiten, in denen jüdische Menschen in Deutschland wieder Angst haben müssten, wieder antisemitische Parolen zu hören seien. „Genau hier, genau heute, braucht es uns! Nicht nur als Gedenkende. Sondern als Wachende!“