Getreidehalme im Wind

Getreidehalme im Wind

13. November Gedenkworte zu den Pariser Terroranschlägen

Mitgefühl und Fürbitte für Terroropfer und ihre Angehörigen

Wolfsburg, 13. November 2015

Die Menschen im Kirchenkreis sind erschüttert über die Terroranschläge in Paris. Unser Mitgefühl und unsere Fürbitte gelten den Opfern, ihren Angehörigen, den Helferinnen und Helfern und allen, die jetzt Angst haben vor weiterer Gewalt. Keine Religion rechtfertigt Terror und Gewalt. Die leitenden Geistlichen des Islams in Deutschland und islamische Verbände verurteilen ohne Wenn und Aber den Terror. Als leitende Geistliche in der Region haben wir uns schon im Dezember 2014 mit der "Wolfsburger Erklärung" eindeutig gegen Gewalt und Terror ausgesprochen. Wir haben erklärt:
(1) Als jüdische, christliche und muslimische Bürgerinnen und Bürger in Wolfsburg stellen wir klar: Gewalt und Terror gehören nicht zu unseren Religionen. Als glaubende Menschen verabscheuen wir Gewalt und Extremismus in jeder Form und überall auf der Welt.
(2) Wir sehen mit Sorge, wie Gewalttäter über Medien Hass verbreiten und vor allem junge Menschen verführen. Solche Propaganda hat mit Religion nichts zu tun. Gewalt und Hass missbrauchen den Glauben und entfernen den Menschen von Gott.
(3) Wir nehmen wahr: Viele Menschen haben eine große Sehnsucht nach Frieden und gegenseitiger Achtung, auch in unserer Stadt.
(4) Wir setzen uns aktiv ein für ein friedliches Miteinander aller Menschen, Religionen und Weltanschauungen in Wolfsburg, weil uns Religionsfreiheit kostbar ist. Wir klären auf über Extremismus und führen vertrauensvoll den Dialog miteinander.

Ich bitte Sie: Lassen Sie sich angesichts des Terrors nicht von Angst beherrschen. Als Christinnen und Christen vertrauen wir auf Jesus, der die dunkelsten Seiten der Menschheit selbst erleiden musste. Deshalb wissen wir: Gott ist nicht ferne. Ich bitte Sie: Gehen Sie offen auf Fremde zu. Diese sind vor dem Terror in ihren Heimatländern geflohen, der uns alle nun so erschreckt. Beten Sie für den Frieden und setzen Sie sich ein für das Verständnis von Fremden und Einheimischen. Uns verbindet die Sehnsucht nach Frieden.
Ein mitfühlendes, tapferes Herz und Worte und Taten des Friedens wünscht Ihnen

Ihre Hanna Löhmannsröben, Superintendentin