Liebe und Verständnis im Haus Gottes

Nachricht 07. Oktober 2026
Foto: KK-Öffentlichkeitsarbeit

Christuskirche feiert 75 Jahre mit Landesbischof Ralf Meister

Der Bischof und die Pastoren kamen durch den Haupteingang, die Gemeinde durch die Seiteneingänge. Und das an einem Ort, an dem alles eines wollten: Gott begegnen. Frieden finden. Krieg und Zerstörung vergessen dürfen. Dafür hatten Architekten aus ganz Deutschland ihre Entwürfe eingereicht. Geworden ist daraus eine Basilika mit Lang- und Querhaus, ein freistehender Glockenturm, eine repräsentativ gedachte Prozessions- und Betkirche.

Eine Kirche ist immer nur so lebendig wie die Menschen, die dorthin kommen." 
Hilma Wolf-Doettinchem, Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Stadtkirchengemeinde

„Mit großer Freude bin ich heute zu ihnen gekommen“, begann Ralf Meister, Landesbischof der hannoverschen Kirche, die Jubiläumspredigt. In Wolfsburg hatte Anfang der 1950er die Liebe kein Dach über dem Kopf, jagte eine rechtsradikale Partei bei den Kommunalwahlen die Sozialdemokraten davon, war alles Provisorium, lebten Menschen in Not, Elend und Perspektivlosigkeit, zitierte der Theologe aus einer Dokumentation des Magazins Spiegel. 

Orte, an denen unterschiedlichste Menschen zusammenkommen, sind keine Kleinigkeit. Insbesondere in einer Gesellschaft, die immer weiter auseinander driftet." 
Iris Bothe, Stadträtin in Wolfsburg

„In diese Stadt hinein wurde die Christuskirche gebaut. Ein Haus Gottes mit der Einladung zu Liebe und Verständnis.“ Heil geschehe, wo Gemeinschaft möglich werde, im Miteinander von Menschen – Christus mitten unter ihnen. „Diese Kirche erinnert daran, dass der Mensch nicht allein in Arbeit aufgeht.“ Es gehe nicht nur darum, sich zu erschöpfen, etwas zu besitzen. „Es gibt viel, viel mehr!“

Foto: KK-Öffentlichkeitsarbeit

Nicht nur damals nach Jahren von Terror, Diktatur und Krieg, auch heute seien Kirchen Orte für Menschen, die etwas mitbringen, was keinen anderen Ort in dieser Welt finde. „Ein Ort, an den wir gehen können, wenn wir verunsichert sind. Zu einer Gemeinschaft, die sich Kirche nennt.“ Kirche habe nicht auf alles Antwort, denn Glaube verspreche keine Welt, in der nichts mehr zerbreche. „Oft brauchen wir Gott, um Worte zu finden.“ Das wird in der Christuskirche oft nötig gewesen sein, insbesondere in den ersten Jahren. „Wie oft ist hier geweint worden? Über die Söhne, die nicht nach Hause kamen? Über die Mutter, die auf der Flucht verloren ging?“

Im großen Bogen der Kirchengeschichte sind 75 Jahre eher ein Kindergeburtstag."
Frank Morgner, Pastor der Stadtkirchengemeinde 

Ralf Meister dankte allen, die zum Bau dieses Gotteshauses beigetragen haben seit 1951. „75 Jahre haben sie alle ihre Lebenserfahrung, ihre Freude, ihre Traurigkeit unter dieses Dach gelegt. Wer dieses Haus des Heils gebaut hat, hat verkündet. Als er Mörtel anrührte, als er Steine setzte. Gottes Liebe hat in Wolfsburg Raum bekommen.“

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Foto: Stadtkirchengemeinde / F. Morgner
Pastorin Lena Weiß
An der Christuskirche 3
38440 Wolfsburg

Morgner Frank
Pastor Frank Morgner
An der Christuskirche 6
38440 Wolfsburg
Tel.: 05361 2752129
Fax: 05361 2752350