Leiterin der Telefonseelsorge verabschiedet

Pressemitteilung 30. August 2021

Petra Kretschmer geht in den Ruhestand

Die Leiterin der Telefonseelsorge des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Petra Kretschmer, wurde am 29. August in den Ruhestand verabschiedet. Sie leitete die Telefonseelsorge seit Oktober 2011. „Einsamkeit, Leiden, Zukunftssorgen und oft auch das Thema Suizid begegnen mir und den Ehrenamtlichen in der Telefonseelsorge“, sagte die Theologin. Das Team der Telefonseelsorge in Wolfsburg habe im Jahr 2020 11.240 Anrufe verzeichnet, rein rechnerisch sei-en das 31 Anrufe täglich. „Und täglich heißt: 365 Tage im Jahr – Tag und Nacht.“

Menschen, die bei der Telefonseelsorge anrufen, seien die Experten ihrer Lebenssituation, nicht die Beratenden. „Als Seelsorger:innen entwickeln wir gemeinsam mit den Hilfesuchenden in ihrer seelischen Not neue Wege zu der von ihnen selbst angestrebten Lösung und schauen gemeinsam, ob und wie diese Wege realis-tischerweise im Alltag umgesetzt werden können.“

Seelsorge am Telefon ist nach wie vor wichtig, die Kommunikation in der Mail- und Chatseelsorge gewinne allerdings zunehmend an Bedeutung. „Es ist auch eine Frage des Alters, die 15 – 39-jährigen kommen zunehmend online zu uns“, hat die Theologin Kretschmer während der Pandemiezeit erfah-ren. Online-Beratung funktioniere anders. „Das erfordert neue, zusätzliche Kompetenzen für die Aus- und Weiterbildung und auch für die SupervisorInnen.“ Deshalb werde sie – Ruhestand hin oder her – ab November eine Ausbildung für Interessierte anbieten, um hier die nötigen Qualifikationen zu vermit-teln.

Die Bedeutung der Wolfsburger Telefonseelsorge wird nicht nur von den Hilfesuchenden anerkannt und wertgeschätzt. „Die Telefonseelsorge ist eine der ganz wichtigen sozialen Einrichtungen unserer Stadt, die unschätzbare Dienste für die Menschen leistet. Rund ein Jahrzehnt hat Frau Kretschmer diese Einrichtung mit viel Herzblut geleitet und geprägt“, sagte der Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs. „Für Ihre großartige Leistung in der Telefonseelsorge an der Spitze dieses tollen Teams von Ehrenamtlichen bedanke ich mich im Namen der Stadt Wolfsburg ganz herzlich.“

Auch der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen, Pastor Wolfram Bach, bedankte sich ausdrücklich. „Die Telefonseelsorge in Wolfsburg ist gut aufgestellt. Das ist zu einem großen Teil der beharrlichen Arbeit von Petra Kretschmer zu verdanken.“ Sie habe immer wieder neu ehrenamtlich Mitarbeitende geworben und fortgebildet und sie dann in ihrer Arbeit unterstützt und begleitet. „Gerade in der Zeit der Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig das offene und niederschwelli-ge Angebot der Telefonseelsorge ist“, bedankte sich Bach im Namen des Kirchenkreises bei Petra Kretschmer.

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Hintergrund

Petra Kretschmer wurde 1957 in Göttingen geboren, wo sie auch Evangelische Theologie und Psychologie studierte. 1987 wurde sie vom damaligen Göttinger Landessuperintendenten und späteren Landesbischof Horst Hirschler ordiniert. Petra Kretschmer arbeitete in den Kirchenkreisen Kirchenkreis Münden und Göttingen als Schul- und Studierendenpastorin sowie als Krankenhausseelsorgerin. Von 1990 bis 1995 absolvierte sie eine Weiterbildung zur Pastoralpsychologin. Petra Kretschmer ist auch ausgebildete Supervisorin und von der Gesellschaft für Pastoralpsychologie zertifizierte Lehrsupervisorin. Von 2004 bis 2011 war sie beurlaubt zum Dienst in der damaligen Evangelisch-Lutherischen Lan-deskirche Mecklenburgs (heute Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland), wo sie ebenfalls als Schul- und Studierendenpastorin tätig war. Berufsbegleitend studierte sie Schulmanagement und Qualitätsentwicklung im Masterstudiengang an der Universität Kiel und erhielt im Jahr 2010 den Master of Arts. Sie ist auch zertifizierte Onlineberaterin der Deutschen Gesellschaft für psychosoziale Online-Beratung. Seit 1997 ist Petra Kretschmer als Supervisorin in der Telefonseelsorge Göttingen und Rostock tätig gewesen, bevor sie vor zehn Jahren die Leitung der Telefonseelsorge im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen übernahm.

Die Telefonseelsorge ist in Wolfsburg und bundesweit kostenfrei jederzeit unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 erreichbar, online über https://online.telefonseelsorge.de/. Die Telefonseelsorge Wolfsburg wurde im Oktober 1974 als unselbständige Einrichtung gegründet und befindet sich in Trägerschaft des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen. Sie wird von der Stadt Wolfsburg, vielen Ehrenamtlichen, der Werker-Stiftung, der Margarete-Schnellecke-Stiftung, der Bürgerstiftung Wolfsburg, dem Evangelisch-lutherschen Propsteiverband Helmstedt-Vorsfelde-Königslutter und anderen durch Spenden unterstützt.

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