Diakon Caelan Pohland eingesegnet
Seit Oktober vergangenen Jahres ist der 24-Jährige Caelan Pohland Diakon in Wolfsburg, nun wurde er von Regionalbischöfin Marianne Gorka in seinen Dienst eingesegnet. „Es gab‘ für mich keine wirkliche Alternative“, sagt er über seine Berufswahl. „Na ja, abgesehen vielleicht von Kindheitsträumen.“ Da wollte er, aufgewachsen in einem Dorf in der Region Hannover, eigentlich Tierarzt werden. „Weil mein Opa immer gesagt hat, wenn ich Tierarzt werde, stellt er sich eine Kuh in den Garten.“
Räume öffnen und Mut machen
Dass er nun Diakon geworden ist, liegt auch daran, dass im Bio-Unterricht alles links rein und rechts wieder rausgegangen sei. „Das war einfach nicht meins. Jetzt arbeite ich ganz viel mit Kindern und das macht mir unglaublich viel Spaß.“ Pohland ist regelmäßig an der Wolfsburger Evangelischen Waldschule Eichelkamp, ihn begeistert die offene Ehrlichkeit der Schülerinnen und Schüler dort. „Du hast lila Haare. Das finden wir cool“, bekäme er dort zu hören. Offenheit und Akzeptanz auch von etwas nicht Alltäglichem ist es, die ihm da begegnet. Das öffnet Räume und macht Mut. Freiheit, Mut – Eigenschaften, die ihm wichtig scheinen. „Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, mit Feld, Bäumen, Wald. Da hat nicht jeder gleich mitgekriegt, dass wir heimlich in den Wald abgehauen sind mit unseren Fahrrädern.“
Leben ohne Glauben? Unvorstellbar!
Ganz anders erlebte er als Kind Kirchen. „Ich fand die sehr gruselig. Weil die so dunkel sind. Man wusste nicht, was da passiert.“ Dabei ist er mit Glauben und mit Gott, mit Kinderbibel und alten Holzwürfel-Tischgebeten aufgewachsen. Vor allem aber sei er durch die kirchengemeindliche Jugendarbeit geprägt worden. Konfirmation, Evangelische Jugend mit JuLeiCa und Teamerzeit. Dann das freiwillige soziale Jahr in einer Kirchengemeinde nach dem Abitur mit gerade mal 17 Jahren. Studienbeginn in Coronazeiten, die ersten drei Semester fanden ausschließlich vor dem Bildschirm statt. „Klar gab‘ es da auch mal Zweifel. Will ich das wirklich? Aber jetzt sitze ich hier!“
"Nicht jede:r kann etwas mit Gott anfangen"
Ein Leben ohne Glauben? „Für mich persönlich unvorstellbar.“ Die Freiheit und die Entwicklungsmöglichkeiten, die er in der evangelischen Jugendarbeit erfahren und kennengelernt hat, möchte er auch anderen Jugendlichen ermöglichen. Die Frage ist: Was wollen und was brauchen Jugendliche in Zeiten von Internet und Smartphone? „Mir ist es durchaus wichtig, Glauben zu vermitteln. Aber nicht jede:r kann sofort etwas mit ‚Gott‘ anfangen.“ Es gehe darum, zu zeigen, was Christinnen und Christen eigentlich glauben, für richtig halten. Und überhaupt auch eine größere Offenheit für andere religiöse Ausprägungen zu vermitteln. „Nur wenn man etwas kennt, kann man sich wirklich dafür oder auch dagegen entscheiden.“
Zu den Arbeitsbereichen, die Caelan Pohland mit 80 Prozent seiner Arbeitszeit in der Lukasgemeinde und mit 20 Prozent in der Nordstadtgemeinde übernimmt, gehört auch die Mitarbeit in der FamilienOase und beim Gemeinschaftsacker, zwei Projekte, die die Lukaskirchengemeinde gemeinsam mit der Evangelischen Familienbildungsstätte Wolfsburg, der Neuland Stiftung und weiteren nicht-kirchlichen Beteiligten im Rahmen der Familienorientierte Kirche entwickelt und initiiert hat. Sozialraumorientierung ist ja schließlich für einen, der soziale Arbeit studiert, Handwerkszeug.