Auf geht's!

Nachricht 23. September 2026

Kirchenkreissynode ist Auftakt zur Visitation

Keine Gewohnheiten, keine Gebäude – nur Menschen. In der Stadt, im Einfamilienhaus, im Pflegeheim, auf den Schulhöfen, am Küchentisch, Menschen, die gerade ein Kind bekommen, Menschen, die in Trauer sind. Was brauchen diese Menschen?

„Meine These ist, wir müssen dort präsent sein, wo Menschen Orientierung, Gemeinschaft und Beistand suchen“, eröffnete Regionalbischöfin Marianne Gorka auf der Kirchenkreissynode die alle sechs Jahre anstehende Visitation des Kirchenkreises. Am kommenden Montag wird mit einer Bereisung des Kirchenkreises die Visitation Fahrt aufnehmen.

Visitationsgottesdienst mit Regionalbischöfin

Sonntag, 11. Oktober 2026, 10 Uhr
Friedenskirche Groß Oesingen
Kirchweg 2, 29393 Groß Oesingen

mit
Regionalbischöfin Marianne Gorka 
Superintendent Christian Berndt
Pastor Karsten Heitkamp
Lektorinnen Klara Reiß und Anke Eggers
Auswahlbläserchor und Kirchenkreiskantorei Nord

Wir laden anschließendem zum Kirch-Café im DoerpHus ein.

Was brauchen Menschen in der heutigen Gesellschaft (nicht nur) von uns? „Wir haben kein TV-Lagerfeuer mehr wie früher im Bademantel mit Schnittchen auf dem Sofa. Es fehlen die gemeinsamen Informationsräume, Nähe und Vertrauen müssen in einer fragmentierten Gesellschaft anders hergestellt werden.“ Kirche müsse wahrnehmen, wo sie von Menschen gebraucht werde und danach konsequent ihre Angebote ausrichten. „Die Bedarfe auf dem Land und in der Stadt sind sicher unterschiedlich, auch wenn eine Stadt letztlich nur ein Dorf ist. Aber auch auf dem Land ist die Welt nicht mehr automatisch überschaubar oder herrscht dort heile Welt. Auch dort trifft man sich nicht mehr selbstverständlich.“ 

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal kirchlicher Arbeit sei Seelsorge. „Sie ist wertvoll, notwendig, heilsam, würdigt den ganzen Menschen und wirkt am konkreten Bedarf“, betonte die Regionalbischöfin. Sie biete unverzweckte Zeitressourcen. „Wäre das eine Chance für uns? Als Kirche da zu sein und sich zu kümmern. Das ist doch wirklich unser Ding.“ Da zu sein auch an Wendepunkten, die über Geburt, Taufe, Einschulung Konfirmation, Trauung und Beerdigung hinaus gehen. „Raum, Sprache, Ritual, Lebensfreude teilen, mit Segen das Leben in etwas Höheres einbinden – damit können wir offensiv rausgehen und mehr Leichtigkeit in unsere Kultur reinnehmen!“

Präsent sein sollte Kirche auch bei Krankheit, Tauer, Tod, Einsamkeit, Scheitern. „Weil wir da sind, wenn andere nicht mehr da sind, wenn nichts mehr getan werden kann. Weil wir überzeugt sind: Da ist noch jemand, wenn der Himmel keine Farben mehr hat.“ 

Diakonie, Theologie und Musik – das müsse bleibe, daran werde Kirche gemessen und erkannt. „Unsere Präsenz ist eine Frage von Beziehungen, nicht von Gebäuden. Kirche war und ist ein wanderndes Volk mit wenig Gepäck. Wir sind da, um Gottes Liebe sichtbar zu machen, nicht, um uns selbst zu erhalten.“ Erkennbar werde Kirche immer dann, wenn sie sich kümmere und damit zeige: „Gott ist da, Du bist nicht allein!“, dankte Marianne Gorka allen, die sich engagieren.

Wir müssen wieder mehr über unseren Glauben sprechen und Menschen mehr willkommen heißen!“
 

Kristin Schneider, Evangelische Jugend Wolfsburg-Wittingen und Synodale der Landeskirche Hannovers

Bericht aus der Landessynode
Kirche sollte ihre Stimme erheben, so das klare Statement der Landessynode, die im Sommer tagte. Das berichtete die Synodale Kirsten Schneider. „Unser Kirchenparlament hat die niedersächsische Landesregierung gebeten, ein AfD-Prüfverfahren zu initiieren“, sagte die junge Juristin Schneider. Sie informierte, dass die hannoversche Landeskirche ein neues Präventionsgesetz gegen sexualisierte Gewalt beschlossen habe und es im kommenden Jahre eine Jugendsynode geben werde. Die Synodalen beschäftigten sich mit einer möglichen Reform der landeskirchlichen Sprengel, kirchlichem Engagement im schulischen Ganztag, Fragen zu Wehrdienst und Gewissensfreiheit und weiteren Zukunftsthemen.

Bericht aus dem Kirchenkreisvorstand
Pastorin Verena Klein und Pastor Klein gewährten im Wechselspiel Einblicke in die Arbeit des Leitungsgremium im Kirchenkreis: Gebäudepriorisierungen seien immer wieder oben auf der Tagesordnung, die Kooperation mit der Stadt Wolfsburg, die Kitas und die Ganztagsschulerziehung betreffend gehörten auch dazu. Erfreut zeigten sich Pastores Koch und Klein im Namen des KKV über das Engagement des Kirchenkreises für die Aktion #einfachheiraten und über die Aktivitäten zur Kommunalwahl in Niedersachsen. 

Gebäudepriorisierung
Die Priorisierung der Sakralgebäude hatte die Synode des Kirchenkreises bereits im Dezember 2025 beschlossen, bei den Gemeinde- und Pfarrhäusern gab es noch weiteren Klärungsbedarf. Aus diesem Grund hatte die Region Süd Fristverlängerung erhalten aufgrund besonderer Herausforderungen. Nun hat Synode beschlossen: Für alle Gemeinde- und Pfarrhäuser der Region Süd gilt die Förderung noch bis zum Jahresende 2029. Bis zu diesem Zeitpunkt können aus der Region Vorschläge zur Weiternutzung gemacht werden; das Ziel, den Gesamtgebäudebestand deutlich zu reduzieren, bleibt jedoch bestehen.

Umsatzsteuer für Kirchengemeinden
Das Kirchenamt Gifhorn wird kurzfristig online-Schulungstermine zur ab 2027 anstehenden Umsatzsteuerpflicht anbieten. Am 8. Oktober und am 5. November sollen die ersten Angebote stattfinden, weitere Termine insbesondere für ehrenamtlich Engagierte folgen zeitnah. Weitere Informationen zu den Schulungen gibt es im Kirchenamt.
www.kirchenamt-gifhorn.de

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21335 Lüneburg