Jesus macht den Weg frei

Was muss das damals zwischen Kreuzigung und Himmelfahrt für eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Emotionen für die Jünger und Weggefährtinnen und Weggefährten von Jesus gewesen sein. Erst die Kreuzigung, mit der alle Erwartungen und Hoffnungen, die die Menschen in Jesus gesetzt hatten, auf einmal mitbegraben schienen. Eine tiefe Enttäuschung. Dann die Auferstehung und die Begegnung, erst mit den Frauen, dann mit den Jüngern und den Zweifelnden.

Die Freude kommt zurück und die Hoffnung wird wieder lebendig. Fast wie in den alten Zeiten sitzen die Jünger mit Jesus zusammen und er gibt ihnen den Auftrag, sein Wort, sein Sterben und seine Auferstehung den Menschen zu verkündigen. Auch, dass er wieder gehen werde und dass der Heilige Geist komme, teilte Jesus ihnen mit. Wieder ein Auf und Ab der Gefühle. Wie sollen sich die Jünger da auf eine Sache konzentrieren?

Vor einigen Jahren, liebe Lesende, warb eine Bank mit dem Slogan „Wir machen den Weg frei!“. Ein Kredit und alle Hindernisse, die der individuellen Bedürfnisbefriedigung im Weg stehen, sind einfach aus dem Weg geräumt. Ich stehe dieser Werbung sehr skeptisch gegenüber. Wenn es gut läuft, dann kann ich einen Wunsch vorziehen. Läuft es schlecht für mich, wird das Hindernis nur zeitlich verschoben. Und wie sieht es mit den existenziellen, nicht geldlichen Hindernissen im Leben aus?

Und welche Hindernisse müssen eigentlich aus dem Weg geräumt werden? Die Jünger Jesu wussten am Karfreitag noch nichts von Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Das ist ein Privileg der Nachgeborenen. Der Weg Gottes mit den Menschen wird gut ausgehen!

Ich nehme an, das Auf und Ab blockierte die Jünger, und es fiel ihnen schwer, aufzubrechen und Jesu Auftrag mit Herz, Geist und Verstand in die Welt zu bringen. Erst durch Jesu Himmelfahrt, und gestärkt durch den Heiligen Geist zu Pfingsten, waren die Jünger frei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Jesus folgte seiner Vorherbestimmung und machte den Jüngern damit den Weg frei.

Und vor welchen Hindernissen stehen Sie, liebe Leserinnen und Leser? Was brauchen Sie, damit sich ein Weg ebnet, damit Sie frei für Neues werden? Und was hemmt Sie daran?

Morgen feiern wir den Sonntag Exaudi. Noch einmal ein Sonntag, der uns die Möglichkeit gibt, Hindernisse zu benennen, die wir mit Pfingsten angehen sollen!

Bleiben Sie behütet!

Olaf Klein ist Pastor in Wittingen

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Klein, Olaf
Pastor Olaf Klein
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