Sehnsucht nach Heil-Sein

18. Oktober 2020

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen. (Jeremia 17,14)

Sehnsucht nach Heilung, wenigstens nach Besserung – dem begegne ich immer wieder als Seelsorger, wenn ich schwer kranke Menschen begleite. Gemeinsam zu beten, das kann gerade dann eine besondere Kraftquelle sein. Wir bitten: „Guter Gott, sieh mich in meiner Not! Lass mich nicht allein! Gib mir Kraft!“

Sehnsucht nach Heil-Sein – ich bin mir sicher, die haben wir alle in dieser Zeit mit der Pandemie. Die Sehnsucht, einander ohne die Sorge begegnen zu können, sich anzustecken. Einander umarmen, Nähe zu haben. Diese Zeit fordert unsere Geduld, unsere Disziplin in besonderem Maße heraus. Und die gegenwärtigen Fallzahlen zeigen ja deutlich: Wir sind noch längst nicht durch die Krise hindurch.

Gerade da ist es wichtig, einander Mut zu machen, einander zu stärken. Das können wir, jede und jeder von uns. Die Situation macht uns alle ja erfinderisch, was tatsächlich alles möglich ist, auch wenn man die Hygieneregeln beachtet.

Für mich ist der tragende Grund in dieser Krise: Gott. Er bewahrt uns nicht vor schwierigen Situationen, die gehören zu unserem zerbrechlichen Leben dazu. Aber er trägt uns, er gibt uns festen Halt, einen tragfähigen Grund. Wir werden gestärkt durch diese kritische Zeit hindurch kommen, dank Gott, dank so vieler Menschen, die energisch an einer Abwehr und Überwindung der Pandemie weltweit arbeiten. Auch ihnen, den Forschern und Medizinern, gibt Gott Fantasie, gute Einfälle, damit unsere Sehnsucht nach Heil-Sein in Erfüllung geht.

Irische Segensworte mögen uns in dieser Zeit begleiten:
„Möge ein Engel dir zur Seite stehen, wenn die Decke brüchig wird, wenn Stürme aufziehen und dein Lebenshaus erschüttert wird.
Auf dass du bewahrt bist und unversehrt bleibst, selbst wenn um dich herum doch alles einstürzt.
Wenn du an Gott denkst, lauschst und aufmerksam gehst, mögest du den Schritt deines Engels hören.
Mögest du niemals vergessen, auch wenn dich die Schatten umgeben: Du gehst nicht allein!
Am Ende eines steinigen Weges möge dich die Wärme der Sonne empfangen.“

Mit besten Wünschen für Sie, Ihr

Dr. Frank Kleinschmidt, Pastor in Wittingen-Ohrdorf

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Frank Kleinschmidt
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