Hoffnungsworte

07. Oktober 2022

In meinem Leben gibt es Situationen, in denen sich die Dinge in meinem Kopf zu überschlagen scheinen. Aufgaben und Anforderungen, Erledigtes und Unerledigtes. Ich habe dann das Gefühl, die Zeit liefe mir davon.

Das sind aber oft auch Augenblicke, in denen ich innehalte. Ich greife dem sich in meinem Kopf drehenden Rad in die Speichen, um es anzuhalten. Ein – wohl von Ernest Hemingway stammender – Satz klingt dann in meinen Ohren: „Die größten Katastrophen finden in unseren Köpfen statt!“ Ich habe diese Worte einmal auf einem Kalenderblatt gelesen. Ein Satz, der mir immer wieder hilft, innezuhalten, runterzufahren. Mich selbst und meine Gedanken zu ordnen, um neu anzufangen.

Allerdings gibt es auch immer wieder Zeiten, in denen ich an meinem Glauben zweifle. In denen ich meine, dass Gott seine Gerechtigkeit und Liebe verdunkelt hat:

Vor mir. Vor Menschen, die mir nahe sind. Wenn mein Glaube mir keine Antworten auf meine Fragen gibt.

Vor den Menschen, die unter Krieg und Vertreibung leiden. In der nahen Ukraine, aber immer auch noch in Syrien, im Jemen, an vielen ungenannten Orten.

Vor denen, die sich ängstigen, dass verbale Drohungen wahr werden könnten.

Trotzdem – ich suche nach Worten, die mir Hoffnung geben.

Eines der biblischen Hoffnungsworte finde ich am Ende des 138. Psalms, der morgen in den Gottesdiensten gesprochen wird: „HERR, du wirst alles für mich tun, deine Liebe hört niemals auf!“ (Psalm 138, 8a; Gute-Nachricht-Bibel)

Worte, die mich innehalten lassen. Worte, die mir Ruhe geben. Hoffnungsworte: Ich kann meine Gedanken neu ordnen, neu anfangen. Denn in diesen Hoffnungsworten entdecke ich Gottes Liebe und Gottes Gerechtigkeit neu. Gott will sich von uns finden lassen, damit dieser Welt, und den Menschen in ihr, geholfen wird. Damit die kleinen und großen Katastrophen – nicht nur in unseren Köpfen – endlich ein Ende haben. Wenn sich Gottes Liebe im Tun und Lassen der Menschen wiederfindet, wird Frieden und Gerechtigkeit das Leben in seiner ganzen Fülle umfangen. In unseren Häusern – und in allen anderen; nah und fern.

Diese Hoffnung will ich nicht verlieren.

Andreas Salefsky ist Pastor im Ruhestand, er lebt in Zasenbeck

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Andreas Salefsky
Pastor i.R. Andreas Salefsky