Gänsebratenspitze

07. Dezember 2020

Ich habe ein neues Wort gelernt: „Gänsebratenspitze“. Sie ist der Höhepunkt einer Steigerung, die ganz harmlos beginnt. Zuerst ist da das weißstrahlende Rentier in den Bäumen im übernächsten Garten. Dann kommen die Sterne und Lichterbögen in den Fenstern und die Installationen in den Vorgärten dazu.

Es wird heller und heller und wärmer, denn auch in den Küchen herrscht Hochbetrieb. Advents- und Weihnachtsgebäck sollen die Familie und Freunde erfreuen. Der erhöhte Stromverbrauch gipfelt schließlich in der Gänsebratenspitze zu den eigentlichen Weihnachtsfeiertagen. Glänzend, lecker und gemütlich. Sind das die Worte, die das Weihnachtsfest am besten beschreiben?

„Zieh die Kerzen ab von deiner Erwartung! Zieh ab, was glänzt und glitzert und deine Augen blendet.“ Wollte der Verfasser dieser Zeilen ein Spielverderber sein? Nein! Er wollte aber darauf aufmerksam machen, dass Weihnachten weder die Lichterbögen, noch das Rentier oder den Gänsebraten braucht. Wir brauchen all das vielleicht für unsere Stimmung, aber es macht Weihnachten nicht geweiht oder heilig.

Heilig wird diese Zeit, wenn ein Licht denen leuchtet, in deren Leben es finster aussieht. Heilig werden die Tage, wenn diejenigen satt werden, für die Kekse und Gänsebraten nicht auf der Tagesordnung stehen. Heilig werden die Tage, wenn Menschen die entgegenkommende Wärme eines anderen Menschen erleben. Ich wünsche alle Leserinnen und Lesern eine heilige Zeit.

Heike Burkert ist Pastorin für regiolokale Kirchenentwicklung

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Pastorin Heike Burkert
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Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen

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