Der Januar zeigt sich in diesen Tagen von seiner wechselhaften Seite. Der Schnee, der noch vor Kurzem alles zugedeckt hat, schmilzt. Was fest schien, wird weich. Wege tauchen wieder auf, anderes verschwindet. Es ist ein Kommen und Gehen. Ein Bild für vieles, was wir gerade erleben.
Vieles ist im Wandel. Gesellschaftlich, politisch, klimatisch. Du kannst das jeden Tag spüren, wenn du Nachrichten liest oder Gesprächen zuhörst. Die Welt wirkt unruhig, manchmal auch härter im Ton. Schnell entsteht der Eindruck, alles gehe bergab. Die Jugend sei „nicht mehr wie früher“, die Gesellschaft im Verfall. Doch Veränderung hat es immer gegeben. Jede Generation war anders als die vorherige – und jede musste ihren eigenen Weg finden.
Inmitten dieses Wandels kannst du nach dem suchen, was bleibt. Die Bibel bringt das in einem schlichten Satz auf den Punkt: „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewig.“ (Jesaja 40,8)
Nicht alles trägt dauerhaft. Aber Gottes Wort bleibt. Du kannst dich daran orientieren, wenn vieles unsicher wird. Es ist kein fertiger Plan für jede Situation, aber ein verlässlicher Grund. Einer, der hilft, Entscheidungen nicht allein aus Angst oder Empörung heraus zu treffen.
Auch die großen Themen unserer Zeit – etwa der Klimawandel – können verunsichern. Szenarien von Hitze, Kälte, Flucht und Umbrüchen stehen im Raum. Du kannst diese Sorgen ernst nehmen, ohne dich von ihnen lähmen zu lassen. In den Herausforderungen steckt auch die Möglichkeit, neu zu lernen, Verantwortung zu teilen und menschlich zu handeln – näher zusammenzurücken, statt sich voneinander abzuwenden.
„...aber das Wort Gottes bleibt ewig.“ Gott gibt uns seine Botschaft. Etwa im Wochenspruch für diesen Sonntag: „Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1,16)
Gott hält eine Fülle bereit, aus der du schöpfen kannst. Gnade bedeutet: Du musst nicht aus eigener Kraft alles tragen. Du kannst aus Gottes Zuspruch leben – und daraus weitergeben. Freundlichkeit, Geduld, Zuversicht. So entsteht ein Gegengewicht zu der Härte, die in Politik und Medien oft dominiert. Du kannst zeigen, dass es auch anders geht.
Der Januar bleibt eine matschige Zeit. Der Schnee schmilzt, Wege sind nicht immer klar. Aber du kannst gehen, Schritt für Schritt, auf einem Grund, der trägt. Gottes Wort bleibt – und aus ihm heraus kannst du leben, handeln und hoffen, mitten im Wandel. Amen.
Esther Staak ist Pastorin für Brome-Tülau im Pfarrverbund Region Mitte
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