Die Botschaft der Kokosnuss

28. März 2021

Sie wird in tropischen Ländern die ‚Königin der Nahrungsmittel‘ genannt. Ihre Heilkraft ist bekannt: Öl, Wasser, Milch und Fleisch helfen im Kampf gegen gefährliche Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Sie trägt dazu bei, krankmachende Viren und Bakterien zu beseitigen, stärkt das Immunsystem, verjüngt angeblich, und steigert die Fitness. Die Menschen in der Südsee sehen in ihr ein wahres Gottesgeschenk.

Wäre er im Pazifik aufgewachsen, hätte Jesus wohl die Kokosnuss als Symbol für das Abendmahl und als frohmachende Botschaft gewählt. Anders als im Nahen Osten oder bei uns, wo Brot und Wein zum Alltag gehören, müssen diese Nahrungsmittel in der Südsee häufig importiert werden. Auf den Inseln leben die Menschen von der Kokospalme. Sie ist zentrales Lebensmittel und wird als Fertigungsmaterial praktisch eingesetzt. Der Saft wird getrunken, das Fruchtfleisch gegessen. Die Fasern der Hülle werden zu Bändern geflochten, die Schale zu Gefäßen verarbeitet. Palmenblätter dienen zum Dachdecken, das Holz zum Hausbau. Alles dreht sich um die Kokosnuss.

Aus ihr sprießt ein neuer Trieb, während sie stirbt. So wird die Kokosnuss zum Symbol für den lebensspendenden, auferstandenen Christus. Auf der Kokosnuss lässt sich ein Gesicht erkennen. Saft und Fleisch symbolisieren die Einheit der Menschen. Die Nuss gibt den Menschen eine Identität. So hat sich eine pazifische Kokosnuss-Theologie entwickelt.

Palmsonntag, mit dem die Kar- und Osterwoche beginnt, erinnert an die Palmblätter, die als Lebens- und Segenssymbol beim Einzug Jesu in Jerusalem auf den Straßen ausgebreitet wurden. Das Symbol der Kokosnuss begleitet mich in dieser Woche. Sie hilft mir, die Passions- und Auferstehungsgeschichte gerade unter den derzeitigen Bedingungen neu zu verstehen. Sie hilft mir, die lebensstärkende Vielfalt zu entdecken, die mir durch die Hingabe Jesu gegeben ist. So werde ich hoffnungsfroh gestimmt. Aber erst wenn die Schale zerbrochen wird, spendet und entfaltet die Frucht ihre heilenden und stärkenden Lebenskräfte. In zerbrechlichen Gefäßen kommt Gottes Kraft zur Geltung. Zum Weiterlesen empfohlen: 2. Kor 4,5-15.

Dr. Jürgen Klein ist Pastor im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen

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