Es war eines dieser Wochenenden, die ich gerne in Gottes Hände lege – und die zugleich aus langer Vorbereitung wachsen. Als dann die Sonne hoch über dem historischen Ortskern von Knesebeck stand, lächelte ich. Menschen strömten herbei und überall war Leben. So war es am vergangenen Wochenende beim Katharinenmarkt. Ich sehe noch die Kinder vor mir, wie sie durch den Pfarrgarten toben: Die Hüpfburg, das bunte Programm vom Pony-, Jugend-, Reit- und Fahrverein, vom Sportverein, der Feuerwehr, dem Jägercorps und vielen mehr; alles voller Bewegung. Dazwischen fanden Gespräche und Begegnungen in Knesebeck statt; manche auch zwischen Menschen, die lange einander nicht mehr gesehen hatten. Es ging einiges durch die Hände an den Handwerksständen. Mittendrin breitete sich Musik aus. Der Heimat-, und Kulturverein und die Kirchengemeinde haben zusammen dafür über ein Jahr gearbeitet. Ein ganzes Dorf ist zusammengerückt. All das brachte den Ort zum Klingen.
Heute kann ich sagen: Da ist etwas gewachsen, dass wir uns selbst nicht hätten ausdenken können. Der Wochenspruch für die kommende Woche passt zu diesem Eindruck: „Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.“ (Psalm 98,1) Wunder sind selten in einer Welt, in der wir versuchen, alles zu rationalisieren. Zugleich ist das, was ich mit dem Katharinenmarkt erlebt habe, für mich ein kleines Gemeinschaftswunder. Es ist ein Wunder für mich, wenn in einer zerstrittenen Zeit wie unserer Menschen zusammenkommen und feiern; ohne dabei gleich eine dicke Geldbörse zu haben. Es ist ein Wunder für mich, wenn Menschen einen Ort für sich finden: Einen Ort zum Dabeisein, Durchatmen und Dazugehören.
Vielleicht sind wir vorsichtig geworden mit diesem Wort ‚Wunder‘. Wir denken an das Große und das Übernatürliche. Aber was, wenn Wunder manchmal ganz anders aussehen? Wunder können so aussehen wie lachende Menschen, die sonst einander nicht begegnet wären. Wunder können so aussehen wie Kinder, die unbeschwert sind und anderen dabei eine Freude machen, selbst wenn manches zurzeit schwer ist. Dann wird da etwas wach in einem: Zart und zugleich tief verwurzelt. Ich glaube: Gott wirkt darin; im Lachen, im Anpacken, im gemeinsamen Feiern. Da, wo wir uns verbinden, wächst etwas in uns an, das trägt. Vielleicht ist genau das dieses neue Lied in unserer Mitte, das klingt, wie eine neue Harmonie: Dass wir sehen, was möglich ist. Dass wir staunen über das, was uns geschenkt wird. Dass wir dankbar sind für alle, die dazu beitragen. So wünsche ich Ihnen, dass Sie von diesem Klang erfüllt werden. Mögen auch Sie darin Wunder erfahren.
Patrick Haase ist Pastor im Osten des Isenhagener Landes
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