Gebet zum Donnerstag

19. März 2020

In den letzten Tagen hat sich in unserm Leben mehr verändert als ich mir hätte vorstellen können. Das neuartige Corona-Virus verbreitete sich schnell auf der ganzen Welt. Besonders alte und geschwächte Menschen sind durch eine Infektion gefährdet. Um sie zu schützen, wird inzwischen mehr als freiwillige Rücksichtnahme von uns allen gefordert. Ich beobachte ganz unterschiedliche Reaktionen auf die Veränderungen im Alltag: Unmut, Ärger, Verunsicherung, Hilfsbereitschaft, Anteilnahme, Sorge.

Als Christin spreche ich dies vor Gott aus –
und lade Sie zu diesen Worten ein:

Gott, vieles hat sich plötzlich verändert.
Vieles, was uns selbstverständlich schien,
ist jetzt ganz anders:
leere Regale in den Supermärkten,
Reisebeschränkungen,
geschlossene Schulen und Kindergärten,
Spielplätze und Geschäfte,
Einrichtungen und Kirchen.

Und auch:
Eltern, die mit ihren Kindern mehr Zeit verbringen,
Menschen, die sich um das Wohl ihrer Nachbarn kümmern
und einander Mut machen,
Fremde, die einander zulächeln.

Hilf uns zu entdecken, was wir jetzt tun können:
Hände waschen, telefonieren, beten.
Im Wald spazieren gehen statt im Sportstudio zu schwitzen.
Den Vögeln lauschen und für den Frühling danken.
Hilf uns zu entdecken, wo wir die Wahl haben
zwischen Egoismus und Gemeinsinn,
Verzweiflung und Mut.

Amen

Charlotte Kalthoff ist Pastorin der Stephanusgemeinde in Wolfsburg-Detmerode

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